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Der goldene Ball

Dieser Abschlag, mit dem Präsident Dr. Jens Hausmann am Sonntag (11. Juni 2017) die neuen Bahnen des Golfclubs Münster-Tinnen – offenbar  leicht nervös – vor zahlreichen Zuschauern einweihte, hatte Symbolkraft: War doch der Ball für den feierlichen Moment von Norbert Bücker extra mit echtem Gold ummantelt worden. „Das leisten wir uns nach diesem langen und mühsamen Weg zum vollständigen Ausbau unserer Anlage auf 27 Löcher“, hatte Bücker im Vorfeld geäußert.

 

Also steckte Hausmann ein ebenfalls goldenes Tee (nur angemalt) in das perfekte Grün des Abschlags, machte einen eleganten Probeschwung, sprach den Ball an, nahm mit dem Driver noch einmal Maß, fixierte das Ziel, holte aus und – traf. Traf so gut, dass die goldene Hülle platzte und in drei Teilen auf dem Abschlag liegen blieb. Der Ball aber verschwand im etwas dunstigen Himmel hinter einem Hügel und landete weit außerhalb der Sichtweite auf dem Fairway. Big Shot, wie der Golfer so sagt.

 

Aus dem Luxus-Schmuckstück wurde damit ein einfaches Sportgerät, ein normaler, leicht verschmutzter Golfball. Passend zum Golfclub Münster-Tinnen, der den Sport vor die gesellschaftliche Bedeutung in den Vordergrund gerückt hat, wie Hausmann zuvor in seiner Rede betont hatte. Er dankte allen, die sich um den Ausbau verdient gemacht hatten: der Familie von Ketteler, dem Platzarchitekten Christoph Städler, der Baufirma Sommerfeld AG, der Golfpark Münster-Tinnen GmbH & Co. KG und ihrem Geschäftsführer Norbert Bücker, besonders dem für den Platz zuständigen Vorstandsmitglied Bernhard Schlütermann, der ehrenamtlich den  Ausbau intensiv und sehr zeitaufwendig begleitet hat. Auch das Greenkeeperteam unter Headgreenkeeper Russel Hendry bezog er in den Dank ein.

 

Wilderich Freiherr von Ketteler erinnerte für die Familie der Grundeigentümer daran, dass er die Tinnener Anlage von vorneherein als 27-Loch-Platz konzipiert hatte. Der Ausbau habe viel Geduld erfordert. Nobert Bücker sagte, der Geist von Tinnen, die Clubgemeinschaft habe dazu beigetragen, die Vision des Freiherrn von Ketteler zu verwirklichen. Für Christoph Städler waren Tinnens erste Löcher 1996 sein erstes Projekt als Golfplatzarchitekt und sein längst dauerndes. Er beschrieb die neuen Löcher als eine interessante Herausforderung der Spielerinnen und Spieler. „Wer mit einem Ball über die Runde kommt, der kann sich beglückwünschen“, sagte er.

 

 

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